Ganz Chor für Mädchenrechte

Benefizkonzert in Kooperation mit dem Berliner Mädchenchor zugunsten von UNICEF | Rückblick

Mit klangvollen und auffordernden Stimmen für die Rechte der Mädchen in Deutschland und der ganzen Welt!

An diesem gefühlvollen Abend am letzten Samstag im September fand in dem kargen, jedoch schroff-schönen Ambiente der Parochialkirche in Berlin-Mitte ein eindrucksvolles, da äußerst professionelles, und eindringliches, da thematisch aufrührendes, Benefizkonzert des Berliner Mädchenchors statt. Unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey sangen die geschulten Stimmen der Mädchen und jungen Frauen gegen die Unterdrückung von Mädchen und die Missachtung ihrer Selbstbestimmung sowie persönlichen Entfaltung an.

Dieser ebenso feierliche Abend, welcher den Höhepunkt des halbjährigen Projektes zwischen UNICEF Berlin, dem Chorverband Berlin und dem Berliner Mädchenchor darstellte, zelebrierte nicht nur 30 Jahre Kinderrechte, sondern sammelte auch Unterstützung für das UNICEF-Projekt „House of Colors“ in Tirana (Albanien). Dieses Haus der Farben bietet Straßenkindern und Opfern häuslicher Gewalt einen Zufluchtsort und Hilfe an. Der Wunsch, dieses Projekt zu unterstützen, entstand, als der albanische Mädchenchor vom Kunstlyzeum Jordan Misja aus Tirana im Rahmen der Vorbereitung die Berlinerinnen besuchte. Hier wurde neben dem Thema Mädchenrechte auch über die Situation in Albanien gesprochen, wo die Hälfte der Frauen und Mädchen bereits eine Form der Gewalt erleiden musste. Insgesamt konnten hierfür durch dieses Benefizkonzert Spenden in Höhe von fast 1.700 EUR eingesammelt werden.

Die regelmäßige Chorarbeit des Mädchenchors unter der Leitung von Sabine Wüsthoff und die von UNICEF veranstalteten Workshops, durchgeführt von Gunda-Alexandra Detmers, beschäftigten sich daher in den letzten Monaten gezielt mit den Rechten von Mädchen, darunter das für die eigene Entfaltung bedeutende Recht auf Bildung. Als Höhepunkt wurde ein Abend gestaltet, der diesen Anspruch auch kunstvoll markiert. Den Anstoß für diese Kooperation begründete der Internationale Mädchentag, welcher jedes Jahr am 11. Oktober auf die verschiedenen Benachteiligungen von Mädchen aufmerksam machen soll. An diesem weltweiten Aktionstag werden die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Mädchen in den Fokus gerückt; unter anderem mit dem Ziel, ihre Gleichberechtigung voranzubringen. Darüber hinaus stand das Jubiläum der UN- Kinderrechtskonvention im Mittelpunkt. In diesem Regelwerk, welches im Konzert näher thematisiert wurde, sind die ganz eigenen Bedürfnisse und Interessen von Kindern aufgenommen. Darin festgehalten sind beispielsweise das Recht auf Schutz vor Gewalt sowie das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit.

Das Lieder-Repertoire in dieser Aufführung variierte zwischen klassischen Werken von Robert Schumann, darunter Meerfey, op. 69 Nr. 5, und zeitgenössischen Stücken, wie z. B. Be Like a Bird von Abbie Betinis. Als finalen Abschluss wurde eine Kollektivkomposition der Chormädchen mit dem Titel Wir haben das Recht präsentiert, welche in den vergangenen Monaten entstanden ist. Darin wird eindringlich gefragt: „WAS ist mit uns und freier Bildung? I WAS ist mit uns und Meinungsfreiheit?“ Die selbstgegebenen Antworten konnten nicht treffender sein: „WIR haben das Recht auf Selbstbestimmung, I WIR haben das Recht, wir selbst zu sein!“ Die vielfältigen choreografischen Elemente unterstrichen dabei die Prägnanz der Forderungen. So war dieses Chorerlebnis für die Mitwirkenden und ZuschauerInnen ein unvergessliches Ereignis!

Patrick Pobuda, UNICEF AG BERLIN

Hier können Sie den Bericht von UNICEF nachlesen!

Fotos: Berliner Mädchenchor