Fête de la Musique 2019

Am 21. Juni wurde die Fête de la Musique in Berlin ein Vierteljahrhundert alt. In der ganzen Stadt hörte man kostenlos alle Musikstile von Pop bis Rock, a cappella, elektronisch unterstützt, Lieder, Chansons, Kanons, Schlager, Shanty, ... - eben alles, was in Berlin gesungen wird, konnte man auf der Bühne erleben.

Der Chorverband Berlin präsentierte schon zum siebten Mal seine Chöre auf insgesamt fünf Bühnen. 2019 konnte ein neuer Partner gewonnen werden - die Heinrich-Böll-Bibliothek in der Greifswalder Straße stellte eine Bühne auf dem Vorplatz zur Verfügung.

Außerdem fand in diesem Jahr zum zweiten Mal ein European Singalong statt, zu dem alle eingeladen waren. Auf den Treppen des Konzerthauses und auf dem Gendarmenmarkt selbst war kaum ein freier Platz zu entdecken.
Bei der "Ode an die Freude", "What A Wonderful World" und "Auf uns" sangen alle Anwesenden aus voller Kehle und erfülltem Herzen mit und erschufen einen unglaublichen Moment.

Wir hoffen, dass dieses Singalong auch in den anderen teilnehmenden Städten so gut funktioniert hat, wie hier in Berlin.


Vielen Dank an die über 50 Chöre, die bei der diesjährigen Fête de la Musique teilgenommen haben. Bei perfektem Wetter haben unsere Bühnen in Berlin-Mitte viel Publikum angezogen und die auftretenden Chöre den Zuschauer*innen beste Unterhaltung geboten. 

Bilder der Veranstaltung finden Sie ab sofort in unserer Bildergalerie.

Einen besonderen Dank an dieser Stelle an unseren Partner im Nikolaiviertel, die Interessengemeinschaft Nikolaiviertel, die ein wunderbares Getränke-Catering für unsere Chöre organisiert haben, das bei allen aufgetretenen Chören für wunderbare Stimmung sorgte. Folgen Sie Nikolaiviertel - heart of Berlin auf Facebook und genießen Sie das älteste Viertel Berlin. 

Gerne bedanken wir uns natürlich ebenfalls bei unseren langjährigen Partnern, ohne die diese Veranstaltung für uns nicht durchführbar wäre. Unser großer, von Herzen kommender, Dank an die Parochialkirche und die Humbolt-Universität zu Berlin, sowie an unseren erstmaligen Partner, die Heinrich-Böll-Bibliothek. Vor allem danken wir den ehrenamtlichen Helfern, die unermüdlich uns jedes Jahr wieder unter die Arme greifen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

 

„Singen macht Freude und hält jung!“ | Interview mit Christa Labahn, Sängerin im Ernst-Busch-Chor Berlin

Wer besonders viele Follower auf sozialen Netzwerken hat und viel von sich reden macht, den nennen wir heute „Influencer“. Meist sind dies Internet-affine junge Menschen, die viel (ja-ha, manchmal einen Mü zu viel) mitzuteilen haben. Wir möchten zum nahenden Fest der Musik nun aber mal jemanden zu Wort kommen lassen, der viel über Musik weiß, aber für gewöhnlich nicht auf jedem Social Media Kanal unterwegs ist.

Christa Labahn ist 76 Jahre alt und singt im Ernst-Busch-Chor Berlin, einer Seniorengruppe des Chorverbandes Berlin. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

FêteBerlin: Liebe Frau Labahn, wir haben Sie als unsere Influencerin ausgewählt. Welche Nachricht an die Welt haben Sie, die unbedingt viral gehen sollte?

Christa Labahn: Singt! Denn Singen macht Freude, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, entwickelt Musikalität, stärkt Gedächtnis und Lernfähigkeit, hält jung und fördert die Gesundheit.

FB: Mit welchen Liedern sind Sie aufgewachsen? Gibt es aus dieser Zeit Lieder, die Sie heute noch singen?

Christa Labahn: Neben Kinderliedern habe ich vor allem bestimmte Pionierlieder, Friedenslieder, Arbeiterlieder und Volkslieder viel gesungen, auch internationale Volkslieder in russischer und englischer Sprache. Viele dieser Lieder finden sich auch im Repertoire des Chors, schöne Massengesänge wie z. B. das „Solidaritätslied“ oder die Europahymne „Ode an die Freude“.

FB: Was bedeutet Ihnen das Singen und wie lange singen Sie schon im Chor?

Christa Labahn: Musik ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Neben dem Klavier- und Cellounterricht habe ich auch immer schon gern gesungen, zuerst im Schulchor, später im Chor der Universität, nach Ende der Berufstätigkeit, seit 2006, im Ernst-Busch-Chor Berlin. Insgesamt singe ich – mit Pausen – seit 22 Jahren.

FB: Wir haben ja heute mit unseren iPhones immer und überall Zugriff auf eine riesen Bandbreite von Musik. Nutzen auch Sie iTunes, Soundcloud oder Youtube, um neue Musik zu entdecken?

Christa Labahn: Ja, insbesondere Youtube, z. B. bei der Vorbereitung von Mitsingkonzerten (zuletzt am 1. Juni 2019 das Requiem von Verdi in Barcelona, gemeinsam mit dem Rundfunkchor des MDR). Dabei geht es nicht um die Neuentdeckung, sondern um das Erlernen und Befähigen der richtigen Interpretation.

FB: Es gibt immer wieder Revivals totgesagter Musikstile. Amy Winehouse und Duffy z. B. haben Swing und Bigband Musik wieder etwas zurückgebracht und in den USA gibt es gerade wieder viele neue Folk Musiker. Welcher Musikstil, glauben Sie, wird als nächstes wiederentdeckt?

Christa Labahn: Schwer zu sagen. Vielleicht verstärkt Tango und Line Dance.

FB: Mögen Sie eigentlich moderne Schlager à la Helene Fischer und Vanessa Mai?

Christa Labahn:  Nein, nicht besonders.

 

Frau Labahn, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen noch viele schöne Singstunden und freuen uns mit Ihnen auf die Fête de la Musique 2019!

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Der Chorverband Berlin e.V., der 2021 auf 120 Jahre Geschichte zurückblicken kann, ist die größte Amateurmusikorganisation der Hauptstadt. Der traditionsreiche Verein vereinigt rund 300 Chöre mit 11.000 Sänger*innen. Getragen werden seine zahlreichen Projekte größtenteils durch ehrenamtliches Engagement. Über die Internetseite des Chorverbandes können sich Chöre zur Teilnahme an der diesjährigen Fête de la Musique anmelden.

Der Ernst-Busch-Chor hat sich auch in diesem Jahr wieder für die Teilnahme an der Fête de la Musique beworben. Der Chor hatte 2018 seinen 45. Geburtstag, den Namen Ernst Buschs trägt er seit 1983.